Das Ende des Lachszentrums in der Stadt Gronau (Leine)

Der Leine-Lachs e.V. ist im Jahr 2000 gegründet worden und angetreten, die seit mehr als 140 Jahren in der Leine ausgestorbenen Wanderfische, Lachs und Meerforelle, wieder anzusiedeln und aus der Leine und ihre Nebengewässer wieder Lachsgewässer zu machen. Mitglieder des Leine-Lachs sind 41 anerkannte Fischereivereine von Northeim bis in die Heide hinein, in denen ca. 16.000 Angler organisiert sind.

Eine solche umfassende Aktion zu starten war möglich, nachdem sich die Leine von einer Kloake wieder zu einem Biotop für Fische verbessert und entwickelt hatte. Wir haben seit 2000 jährlich zwischen 50.000 und 120.000 junge Lachse und ca. 30.000 Meerforellen ausgesetzt. Das sind in den 26 Jahren mehr als 1.600.000 Lachse und ca. 450.000 Meerforellen.  Dafür haben die Mitglieder des Leine-Lachs jährlich ca. 23.000 €, also mehr als 500.000 €, aufgebracht.

Nachdem wir 2006 das Norddeutsche Lachszentrum in Gronau eingerichtete hatten, haben wir einen großen Teil der ausgesetzten Fische in unserer eigenen Fischzucht erbrütet, aufgezogen und als Brütlinge ausgesetzt. Das waren in den vergangenen Jahren ca. 220.000 echte Leine Lachse.

Seit bald 4 Jahren steht uns das Lachszentrum nicht mehr zur Verfügung, weil die Stadt Gronau es eigentlich an einen kommerziellen Fischzüchter zum Preis von 350.000 € verkaufen wollte. Das hat aber nicht geklappt und der potenzielle Käufer hat die Stadt immer wieder mit einer fadenscheinigen Begründung hingehalten.

Nachdem es vorübergehend hieß, dass ein Verkauf vom Tisch sei, hat der Stadtrat nunmehr erneut den Verkauf beschlossen. Und man glaubt es kaum, an die gleiche Firma, die vor 3 Jahren schon mal als Käufer aufgetreten ist.

Es ist ja verständlich, dass die Stadt sich scheut, eine solche Halle in Größe von ca. 3.400 qm wegen der zu erwartenden Reparatur- und Unterhaltungsarbeiten an der Backe zu haben, Aber gemeinsam mit dem Leine-Lachs und dem örtlichen Fischereiverein und womöglich der Mitarbeit des Anglerverbandes Niedersachsen, hätten die Kostenrisiken verteilt und kalkulierbar gemacht werden können. Das sind alles anerkannte Naturschutzorganisationen, die vielfältige Möglichkeiten für die Inanspruchnahme von Fördermitteln ausschöpfen könnten. Ein entsprechendes Konzept hatten wir entwickelt und dem Bürgermeister und dem Stadtdirektor vorgeschlagen. Es geht immerhin um eine ehemalige Produktionshalle, die die Mitglieder in mehr als 10.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und mit erheblichen Fördermitteln zu dem hergerichtet haben, was sie heute darstellt. Es geht um konzessionierte Versammlungsstätten mit Infocafe, Saal für 120 Personen und einer vollausgestatteten Küche. Räume, die der Stadt ähnlich wie in anderen Gemeinden Dorfgemeinschaftshäuser für Vereinsveranstaltungen und auch private Feiern zur Verfügung gestellt wurden. Völlig barrierefrei und mit ausreichenden Parkplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft. Um einen Seminarbereich, in dem Vorträge und Lehrgänge für 40 Personen stattgefunden haben. Es geht weiter um ca. 1.000 qm Lagerfläche für die Unterbringung der Nikolaushütten oder anderen Gegenständen. Wir haben dort eine zertifizierte Aquakulturanlage in Form einer geschlossenen Kreislaufanlage für eine Fischzucht für Lachse und Meerforellen 15 Jahre lang erfolgreich betrieben. Und letztlich bestünde die Möglichkeit auf dem 3.400 qm großen Flachdach eine Photovoltaikanlage zur Erzeugung von neuer Energie zu installieren, bzw. wirtschaftlich betreiben zulassen.                                                                                                                                                             Bei den Beratungsvorlagen zu dem Tagesordnungspunkt über den evtl. Verkauf, ist dieses Konzept nicht zu sehen. Auch ist der Vereinsvorstand von den Ratsfraktionen nie angesprochen worden, um einmal über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Entwicklung einer überregionalen Einrichtung, in der umweltrelevante Arbeit geleistet wird, zu sprechen und sich auszutauschen.                                                  Der Rat hat vielmehr beschlossen, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Leine-Lachs, der Fischereigenossenschaft „Leine II“ und dem Fischereiverein Gronau (Leine) e.V. zu beenden und abzuwickeln. Und wenn der potentielle Käufer es in 12 Monaten nicht schafft, die erforderlichen Genehmigungen für seine kommerzielle Fischzucht zu bekommen, ist die Verwaltung beauftragt, Ideen zu entwickeln, wie die Halle für andere Zwecke, z.B. Outdoorsportarten, genutzt werden kann. Inzwischen haben der Leine-Lachs, die Fischereigenossenschaft „Leine II“ und der Fischereiverein Gronau (Leine) e.V. die Kündigungen für die von ihnen genutzten Lagerplätze und Büroräume, die letzten Gebäudeteile, die uns noch zur Verfügung gestanden haben, ihre Kündigungen zum 30.4.2026 auf dem Tisch.

Wegen des Vorgehens der Stadt mit örtlichen Vereinen, wie dem Leine-Lachs  und dem zweitgrößten Gronauer Verein, dem Fischereiverein von 1928, haben beide ehrenamtlich geführten Vereine entschieden, dass sie mit der Stadt Gronau (Leine) als Vertragspartner nichts mehr zu tun haben wollen. Obwohl das Lachszentrum mit der Fischzucht als die zentrale Einrichtung in Gronau künftig wegfällt, haben die Mitglieder beschlossen, dass das Wiederansiedlungsprojekt von Lachs und Meerforelle in der Leine und ihren Nebengewässern fortgesetzt wird.

Da die Stadt verlangt, dass wir alle von uns installierten Einrichtungsgegenstände entfernen müssen, stehen wir vor einer gewaltigen Aufgabe. Wir sind seit Monaten dabei, die von uns eingebauten Teile der Fischzucht abzubauen und vorübergehnd anderenorts einzulagern. Auch für die Reparaturwerkstatt, unser Lager und das Büro, haben wir inzwischen andere Möglichkeiten gefunden. . Immerhin müssen wir Einbauten, die die Mitglieder des L-L in mehr als 10.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden in das Gebäude eingerichtet und eingebaut haben. Eine ehemalige Produktionshalle, die eigentlich 2005, wie die anderen auf der Leineinsel befindlichen Produktionshallen auch, abgerissen werden sollte. Wir waren davon ausgegangen, dass es sich um eine dauerhafte,  nachhaltige, ja ständige naturschutzrechtliche Einrichtung handeln würde. Der damalige Umweltminister hatte unser Projekt als “Leuchtturmprojekt über die Grenzen Niedersachsens hinaus”, bezeichnet. Nun sind wir also dabei, die Fischzucht mit allen dazugehörigen Teilen und Bauten wieder abzureißen zu zerstören und zu entsorgen.                                    Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass dem Verein dafür erhebliche Kosten entstehen werden, bisher mehr als 4.000 €.

Offensichtlich haben die meisten Ratsmitglieder auch kein schlechtes Gefühl, das Gebäude, dass unsere Mitglieder, überwiegend auch die Mitglieder des örtlichen Fischereivereins Gronau (Leine) e.V., zu dem hergerichtet haben, was es bisher war, an einen kommerziellen Interessenten zu verkaufen. Meine entsprechende Frage nach der betreffenden Ratssitzung, wurde jedenfalls nicht beantwortet. Ich wurde vielmehr ermahnt, das Ehrenamt der Ratsmitglieder nicht zu verunglimpfen. Das Norddeutsche Lachszentrum in Gronau(Leine) ist zwar gestorben, aber unsere Mitglieder haben sich wie bereits erwähnt, in der vor Kurzem stattgefundenen Mitgliederversammlung erneut einstimmig entschieden, unser Naturschutzprojekt fortzusetzen und hierfür auch wieder eine neue Fischzucht an anderer Stelle, einem anderen Ort, zu errichten. Es tut uns auch weh zu sehen, dass in den von uns damals eingerichteten Versammlungsräumen, seit beinahe 4 Jahren nichts mehr passiert. Als wir dafür zuständig waren, wurden die Räumlichkeiten, die es so nicht mehr in der Stadt gibt, sehr nachgefragt. Es kamen viele Menschen in unsere Stadt Gronau (Leine), die aus der Region kamen und uns besucht haben.

Der Vorstand

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